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Geschichte · AT · Kapitel 13 von 66

1. Chronik

Jesus ist der verheißene Sohn Davids.

Verfasser
Das Buch nennt keinen Namen; die jüdische Überlieferung nennt Esra.
Entstehung
Nach der Rückkehr aus Babylon — das Buch blickt auf die Verschleppung zurück (9,1) und führt Davids Familie mehrere Geschlechter über das Exil hinaus (3,17–24).
Gattung
Geschichtsdarstellung mit langen Namenslisten, aus dem Blickwinkel von Tempel und Gottesdienst.
Kernaussage
Gott hat sich an Davids Haus gebunden und den Ort bestimmt, an dem er angebetet wird — beides steht noch, als Königreich und Tempel längst gefallen sind.

1. Chronik erzählt Israels Geschichte noch einmal — für Leute, die aus Babylon zurückgekommen sind. Sie haben kein Königreich, keinen König, eine halb zerstörte Stadt. Das Buch beginnt bei Adam (1,1) und braucht neun Kapitel für Namen. Dann springt es zu Sauls Tod (Kapitel 10) und bleibt neunzehn Kapitel lang bei David. Auffällig ist, was fehlt: Sauls Regierung, Davids Ehebruch, Absaloms Aufstand, der Streit um die Nachfolge. Wer die ganze Geschichte will, liest 1. und 2. Samuel. Die Chronik fragt anderes: Wem gehört der Thron, und wo wird Gott angebetet? Darum stehen Bundeslade, Sänger, Priester und Tempelbau im Mittelpunkt. Die Bundeslade ist die Truhe, an der Gott seine Gegenwart zusagte. Das Buch endet mit einer Übergabe: David stirbt, Salomo wird König (29,23.28).

Schlüsselstellen

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1. Chronik 3,10–24Wozu neun Kapitel Namen?StarkHeilslinie

Was hier steht

Die Listen sind für viele Leser die Hürde des Buches. Sie haben eine Absicht. Die Reihe beginnt bei Adam (1,1), läuft über Noah und Abraham und verengt sich auf Juda (2,3–4). Von Juda führt sie über Boas und Isai zu David (2,11–15). Kapitel 3 nimmt Davids Söhne auf und zählt die Könige von Salomo bis Josia durch (3,10–14). Danach kommt der Bruch. Jechonja trägt hier den Beinamen des Gefangenen (3,17). Der Thron ist weg, das Volk verschleppt (9,1). Trotzdem hört die Liste nicht auf. Sie nennt Schealtiel und Serubbabel und zählt noch mehrere Geschlechter weiter — Männer, die nichts mehr regierten (3,19–24). Die Rückkehrer sollten sehen: Diese Familie gibt es noch.

Der Christus-Bezug

Nach demselben Muster liest das Neue Testament weiter. Matthäus beginnt mit denselben Namen: Juda, Boas, Isai, David, später Jechonja, Schealtiel, Serubbabel (Matthäus 1,3–6.12). Deckungsgleich sind die Listen nicht: Hier ist Serubbabel Sohn Pedajas (3,19), bei Matthäus Sohn Schealtiels (Matthäus 1,12) — dieselbe Familie, nicht dieselbe Aufzählung. Die Kette aber, die im Exil abriss, läuft bei Matthäus bis zu Jesus (Matthäus 1,1.16). Ein Zitat ist das nicht.

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1. Chronik 11,1–3Was für ein König ist David?StarkHeilslinie

Was hier steht

Nach Sauls Tod kommt ganz Israel nach Hebron. Die Ältesten sagen David, sie gehörten zu ihm wie Verwandte (11,1). Dann erinnern sie an zweierlei. Erstens war David schon unter Saul der, der Israel führte. Zweitens hat Gott ihm den Auftrag gegeben, das Volk zu weiden, und ihn zum Fürsten bestimmt (11,2). Erst danach salben sie ihn — salben heißt: mit Öl übergießen als Zeichen, dass Gott jemanden einsetzt. Der Erzähler hält fest, dass alles nach Gottes Wort durch Samuel geschieht (11,3). David nimmt sich den Thron nicht, er bekommt ihn. Und er bekommt ihn als Auftrag, nicht als Besitz. Erst danach erobert er Jerusalem (11,4–7).

Der Christus-Bezug

Nach demselben Muster nimmt Matthäus den Hirtenauftrag auf. In Matthäus 2,6 lesen die Schriftgelehrten Micha 5,1 vor (englische Bibeln 5,2). Die Schlusszeile stammt nicht aus Micha, sondern aus dem Wort an David — zuerst in 2. Samuel 5,2, gleichlautend hier in 11,2. Ein Erfüllungszitat der Chronik ist das nicht; Matthäus nennt den Propheten als Quelle. Eine Linie schon: Israel bekommt seinen Hirten von Gott.

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1. Chronik 17,11–15Wem gilt die Zusage an Davids Haus?Sehr starkDirekte Prophetie

Was hier steht

David hat sich ein Haus aus Zedern bauen lassen. Die Bundeslade steht immer noch unter Zeltbahnen (17,1). Das stört ihn. Gott lässt ihm ausrichten, dass er selbst baut, nicht David (17,4.10). Nach Davids Tod richtet Gott einen Nachkommen auf (17,11). Der baut das Haus (17,12), und Gott nimmt ihn als Sohn an (17,13). Der nächste Träger ist Salomo; er baute den Tempel. Nur reicht die Zusage über ihn hinaus — der Text sagt es selbst: Dreimal steht, dieser Thron stehe auf ewig (17,12.14). Die letzte Wendung fällt vollends aus dem Rahmen: Gott gibt dem Sohn dauerhaft Bestand in Haus und Reich (17,14). Im Gebet hört David heraus, dass Gott weit über seine Zeit hinausblickt (17,17).

Der Christus-Bezug

Das Neue Testament bezieht dieses Vater-Sohn-Wort ausdrücklich auf Jesus. Der Hebräerbrief fragt, zu welchem Engel Gott je gesagt habe, er sei sein Sohn — und legt die Zusage an David daneben (Hebräer 1,5). Zitiert ist die Fassung aus 2. Samuel 7,14, gleichlautend hier in 17,13. Zitiert ist aber auch nur sie. Die Zuspitzung der Chronik — der Sohn über Gottes eigenes Haus und Königreich (17,14) — nimmt kein Schreiber des Neuen Testaments auf.

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1. Chronik 21,15–27Warum steht der Tempel auf einem Dreschplatz?MittelTypologie Ereignis

Was hier steht

David lässt sein Heer zählen. Joab warnt ihn, David besteht darauf, und Gott schlägt Israel (21,3–7). Siebzigtausend sterben. Dann sieht David den Engel mit gezogenem Schwert über Jerusalem stehen (21,16). Er nimmt die Schuld auf sich und bittet, Gottes Hand möge ihn treffen und nicht das Volk (21,17) — so erzählt es auch 2. Samuel 24,17. Das Eigene der Chronik ist der Ort. Gott hält den Engel an und lässt David einen Altar bauen, auf der Tenne Ornans: dem festen Dreschplatz eines Nichtisraeliten (21,18). Ornan will den Platz schenken, David besteht auf dem vollen Kaufpreis (21,24). Feuer fällt vom Himmel, und das Schwert kommt zurück in die Scheide (21,26–27).

Der Christus-Bezug

Der Text weist über seine Stunde hinaus; das Neue Testament zitiert ihn nicht. Die Chronik zieht die Linie selbst weiter: Hier steht von nun an der Altar (22,1), und hier baut Salomo den Tempel (2. Chronik 3,1). Wo das Gericht anhielt, wird von da an geopfert. Nur hörte das Opfern nie auf (Hebräer 10,11). Ein einziges Opfer habe für immer genügt, sagt der Hebräerbrief (10,12) — auf 1. Chronik 21 beruft er sich nicht.

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1. Chronik 22,6–13Warum darf David nicht bauen?MittelTypologie Person

Was hier steht

David hat alles vorbereitet: Steine, Eisen, Erz, Zedernholz (22,2–4). Bauen darf er trotzdem nicht. Gott begründet es hart: Wer so viele Kriege geführt und so viel Blut auf die Erde gebracht hat, baut Gott kein Haus (22,8; ebenso 28,3). Wer das Königreich erkämpft hat, darf das Haus des Friedens nicht bauen. Stattdessen kündigt Gott einen Sohn an, unter dem Israel ringsum Ruhe haben soll; der Text selbst verbindet dessen Namen Salomo mit dem hebräischen Wort für Frieden (22,9). Der baut das Haus, Gott nimmt ihn als Sohn an, und sein Thron soll ewig stehen (22,10). Dann gibt David die Zusage weiter und schärft seinem Kind ein, mutig zu sein und Gottes Ordnungen zu halten (22,11–13).

Der Christus-Bezug

Salomo hat gebaut und den Frieden bekommen. Behalten hat er beides nicht: Er wandte sich ab, und das Reich zerbrach nach ihm (1. Könige 11,4.11). Als Vorausbild lässt er sich lesen — der Sohn, der baut, wo der Vater kämpfte. Das Neue Testament nennt ihn nirgends so. Es sagt nur, hier sei mehr als Salomo (Matthäus 12,42).

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1. Chronik 29,20–25Wem gehört der Thron wirklich?StarkHeilslinie

Was hier steht

Am Ende fordert David die ganze Versammlung auf, Gott zu loben; sie verneigen sich vor Gott und vor dem König (29,20). Vorher hat er laut gebetet und Gott alles zugesprochen, was ein König sonst für sich beansprucht (29,11). Er stellt sich und sein Volk vor Gott als Leute ohne eigenen Boden, deren Zeit nicht bleibt (29,15). Was sie geben, kam ohnehin aus Gottes Hand (29,14). Dann salben sie Salomo — und mit ihm Zadok für den Priesterdienst (29,22). Und der Erzähler formuliert es so, wie es kein anderes Geschichtsbuch tut: Der Königsstuhl, auf dem Salomo Platz nimmt, ist Gottes Thron (29,23; ähnlich 28,5). Der Sitz in Jerusalem ist nicht Davids Eigentum. Er ist geliehen. Danach stirbt David (29,28).

Der Christus-Bezug

Dass der Thron Gott gehört, sagt so nur die Chronik; das Neue Testament nimmt diesen Ausdruck nicht auf. Es redet vom Thron Davids, seines Vaters (Lukas 1,32–33). Nach demselben Muster reden die Apostel: Petrus sagt, Gott habe geschworen, einen Davidssohn auf diesen Thron zu setzen (Apostelgeschichte 2,30), und Jesus nennt sich selbst Wurzel und Nachkomme Davids (Offenbarung 22,16). Der geliehene Thron ist besetzt.

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Bilder, die auf ihn zeigen

Das Haus, das David vorbereitet und Salomo baut erfüllt in Jesus, der vom Tempel seines Leibes redet

David sammelt Material, gibt den Plan weiter und stirbt, bevor gebaut wird (28,11–19). Der Tempel stand, fiel, stand wieder, fiel erneut. Jesus sagte von sich, er sei der Tempel, der abgebrochen und in drei Tagen aufgerichtet werde (Johannes 2,19–21).

1. Chronik 22,1; 28,11–19 · Johannes 2,19–21; Matthäus 12,6

Merkvers

1. Chronik 17,13

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. 1. Chronik 1–9 besteht aus Namen, die kaum jemand kennt. Wo hast du das Gefühl, nur mitzulaufen — und was ändert es, dass Gott Namen aufschreiben lässt?
  2. Ornan wollte David den Dreschplatz schenken; David bestand auf dem vollen Kaufpreis (21,24). Was gibst du Gott gerade, das dich wirklich etwas kostet?
  3. Die Chronik nennt den Sitz, auf dem Salomo König war, Gottes Thron (29,23) — geliehen, nicht besessen. Wo handeln wir in unserer Gemeinde, als gehöre uns, was uns nur anvertraut ist?