Zum Inhalt springen
Haus Gottes Logo
Geschichte · AT · Kapitel 12 von 66

2. Könige

Jesus ist der treue kommende König.

Verfasser
Nicht genannt; die jüdische Überlieferung nennt Jeremia. 1. und 2. Könige waren ursprünglich ein einziges Buch.
Entstehung
Aufgeschrieben in der Zeit des babylonischen Exils; die letzte Nachricht des Buches führt bis um 560 v. Chr.
Gattung
Geschichtserzählung mit prophetischer Deutung — Königsberichte nach festem Schema, dazu ein großer Erzählkranz um den Propheten Elisa.
Kernaussage
Das Königtum zerbricht, auch wo einzelne Könige umkehren — und Gott hält an seiner Zusage an David fest, bis zum letzten Vers.

2. Könige setzt 1. Könige fort: Seit Salomos Tod ist Israel geteilt. Im Norden folgen zwölf Könige, im Süden sechzehn, dazu eine Frau, die den Thron an sich reißt (11,1–3). Über fast jeden fällt derselbe knappe Satz: Er tat, was dem HERRN missfiel — seltener das Gegenteil. Dazwischen steht ein großer Erzählkranz um Elisa. Dort geschieht das Warme dieses Buches: Öl füllt leere Krüge, ein totes Kind wird lebendig, ein Feind wird rein. Zweimal räumt ein König auf, Hiskia und Josia; über beide fällt das höchste Urteil des Buches (18,5–6; 23,25). Aufhalten lässt sich nichts: 722 v. Chr. fällt Samaria, 586 v. Chr. Jerusalem; der Tempel brennt, der letzte König wird geblendet (25,7–9). Das Buch endet in der Fremde — und lässt eine Tür einen Spalt offen.

Schlüsselstellen

6 von 6 sichtbar
2. Könige 4,42–44Wie werden hundert Männer von zwanzig Broten satt?StarkHeilslinie

Was hier steht

Im Land herrscht Hungersnot (4,38). Ein Mann aus Baal-Schalischa bringt Elisa Erstlingsbrot: zwanzig Gerstenbrote und frisches Korn. Erstlinge, die erste Ernte, gehörten den Priestern (4. Mose 18,13); im Nordreich, abgeschnitten vom Tempel, trägt der Mann sie zum Propheten. Elisa behält nichts. Er lässt austeilen. Sein Diener widerspricht: Das reicht nie für hundert Mann. Elisa wiederholt den Auftrag und stellt eine Zusage Gottes dahinter: Alle würden satt, und es bliebe sogar übrig (4,43). So kommt es. Nicht die Kraft des Propheten trägt die Geschichte, sondern das Wort, das er weitergibt (4,44). Diese Linie beginnt früher: In der Wüste gab Gott Brot, das niemand gesät hatte (2. Mose 16).

Der Christus-Bezug

Nach demselben Muster erzählen die Evangelien: Gerstenbrote — nur Johannes nennt sie so (Johannes 6,9) —, der Einwand der Jünger, das Austeilen, satte Leute, volle Körbe (Markus 6,38–44). Johannes führt die Linie bis zum Manna zurück (6,31–33) und lässt Jesus sagen, er sei das Brot, das satt macht (6,35). Auf 2. Könige 4 führt das Neue Testament diesen Zug nirgends zurück.

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)
2. Könige 5,1–14Warum wird ausgerechnet ein Feind rein?MittelTypologie Person

Was hier steht

Naeman befehligt das Heer Arams, des späteren Syrien — Israels Gegner. Der Erzähler hält trotzdem fest, dass Arams Siege auf Israels Gott zurückgehen (5,1). Und er ist aussätzig — eine Hautkrankheit, die aus der Gemeinschaft ausschloss. Den Weg weiß eine verschleppte Sklavin im Haus seiner Frau. Elisa lässt ausrichten, man solle ihn schicken; dann merke Aram, dass Gott in Israel einen Propheten hat (5,8). Vor die Tür tritt Elisa nicht; ein Bote schickt ihn siebenmal in den Jordan. Der wird zornig: Er hatte eine Zeremonie erwartet, und die Flüsse zu Hause sind größer. Seine Knechte reden ihm zu. Er steigt hinab und wird rein. Alles hier ist klein: ein Mädchen, ein trüber Fluss, ein Bote.

Der Christus-Bezug

Vorausweisen kann sie nur über den Propheten, nicht über den Geheilten. In Nazareth stellt Jesus sich in Elisas Reihe: Er nennt beide beim Namen und erklärt daran seinen Auftrag — viele Aussätzige lebten in Israel, rein wurde ein Fremder (Lukas 4,24–27). Als Vorausbild auf sich selbst nennt er Elisa nicht; darum steht die Stelle auf mittel. Wo Elisa einen Boten schickte, rührt Jesus den Kranken an (Markus 1,41).

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)
2. Könige 8,16–19Warum lässt Gott Juda stehen?StarkHeilslinie

Was hier steht

Joram wird König in Juda. Er heiratet in das Haus Ahabs hinein, geht den Weg der Könige Israels und tut, was Gott missfällt (8,18). Dann folgt ein Aber wie ein vorgeschobener Riegel: Gott hält Juda, und der Grund liegt nicht bei Joram, sondern bei einer Zusage an David — dem Licht, das in dessen Haus nicht ausgehen soll (8,19). Die Familie bleibt, der Thron bleibt besetzt. Kein Wort über Jorams Verdienst. Gott hält an etwas fest, das er selbst versprochen hat (2. Samuel 7,12–16). Denselben Satz sagt das Königsbuch schon zweimal (1. Könige 11,36; 15,4). Er ist der Grund, warum Juda den Norden um über hundert Jahre überlebt.

Der Christus-Bezug

Das Neue Testament zitiert 8,19 nicht. Es führt die Linie aber ausdrücklich weiter. Der Engel sagt Maria, ihr Sohn werde auf dem Thron Davids regieren, und diese Herrschaft höre nie auf (Lukas 1,32–33). In Antiochia predigt Paulus dasselbe: Der Retter, den Gott versprochen hatte, stammt aus Davids Familie (Apostelgeschichte 13,22–23). Die Leuchte ist nicht ausgegangen.

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)
2. Könige 17,7–14Warum ging der Norden unter?MittelKanonische Dramaturgie

Was hier steht

Samaria ist gefallen, die Bevölkerung verschleppt (17,5–6). Hier hält der Erzähler die Geschichte an und erklärt sie. Nicht Assyriens Stärke ist der Grund. Israel hatte sich von dem Gott abgewandt, der es aus Ägypten herausgeführt hatte (17,7). Dann folgt eine lange Liste: Opferhöhen, Steinmale, Bilder, Rauchopfer wie bei den Nachbarn. Mitten hinein setzt er einen Satz über Gottes Geduld: Über Jahrhunderte hatte Gott Propheten geschickt und zur Umkehr rufen lassen (17,13). Sie hörten nicht, sondern blieben starrsinnig wie ihre Väter (17,14). Das ist die Mitte dieses Buches: Das Exil ist weder Zufall noch Schicksal. Es ist das Ende eines Bundes, den beide Seiten kannten — und den nur eine Seite gehalten hat.

Der Christus-Bezug

Dieses Muster erzählt Jesus noch einmal: Ein Hausherr schickt Knecht um Knecht in seinen Weinberg, zuletzt seinen Sohn (Markus 12,2–6). 2. Könige 17 wird dort nicht zitiert. Das Kapitel zeigt die Lücke: Warnen allein ändert kein Herz. Darum sagt Gott einen neuen Bund zu (Jeremia 31,31–34), den Jesus beim letzten Mahl auf den Kelch deutet (Lukas 22,20).

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)
2. Könige 19,14–19Was tut ein König, der nicht weiterweiß?MittelKanonische Dramaturgie

Was hier steht

Sanherib von Assyrien hat Judas feste Städte genommen. Sein Sprecher stellt Israels Gott auf eine Stufe mit den Göttern der besiegten Länder (18,33–35). Jetzt kommt ein Drohbrief. Hiskia geht damit hinauf in den Tempel und legt ihn vor Gott hin (19,14). Sein Gebet nennt zuerst, wer Gott ist, und gibt zu: Die Assyrer haben wirklich Völker vernichtet. Zuletzt bittet er nicht um sein Ansehen, sondern darum, dass alle Reiche erkennen, wer Gott ist (19,15–19). Die Antwort kommt durch Jesaja, die Rettung in der Nacht (19,32–35). Den Grund nennt Gott selbst: Er schützt die Stadt seinetwegen und wegen seiner Zusage an David (19,34). Von Hiskia sagt der Erzähler, keiner in Juda habe Gott so vertraut (18,5–6).

Der Christus-Bezug

Hier kommt das Buch dem Titel am nächsten — und hält ihn nicht. Wenig später zeigt Hiskia den Gesandten aus Babel alles und ist zufrieden, dass die Ansage des Exils ihn nicht trifft (20,12–19). Das Neue Testament zitiert diese Kapitel nicht. Es zeigt einen anderen König: Jesus bittet für Jerusalem nicht um Verschonung, er weint über die Stadt (Lukas 19,41–44).

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)
2. Könige 25,27–30Womit endet das Buch?MittelKanonische Dramaturgie

Was hier steht

Die letzten vier Verse. Jerusalem ist verbrannt, der Tempel zerstört, Zedekia geblendet nach Babel gebracht (25,7–9). Dann springt der Erzähler ans Ende: siebenunddreißig Jahre nach der Wegführung Jojachins, also gut fünfundzwanzig Jahre nach dem Brand (25,27). Ewil-Merodach, der neue König von Babel, holt Jojachin aus dem Kerker. Er behandelt ihn freundlich, gibt ihm den ersten Platz unter den Königen am Hof, versorgt ihn. Befreiung ist das nicht: Jojachin bleibt in Babel, am fremden Tisch. Aber er lebt, heißt weiter König von Juda, und die Kleider aus dem Kerker darf er ablegen. Hier hört das Buch auf: ohne Kommentar, ohne Rückkehr. Das letzte Bild ist ein Mann aus Davids Familie, der lebt.

Der Christus-Bezug

Die Zusage an David war nicht zurückgenommen und nicht eingelöst. Über eben diesen Mann hatte Gott durch Jeremia ein hartes Wort sagen lassen: Keiner seiner Nachkommen werde auf Davids Thron regieren (Jeremia 22,30). Matthäus zählt ihn trotzdem: Jechonja steht in der Ahnenreihe Jesu (Matthäus 1,11–12), ohne jede Deutung. Ein Name in einer Liste beweist nichts. Und doch reißt die Linie nicht ab.

Nachlesen auf bibleserver.com(öffnet in neuem Tab)

Bilder, die auf ihn zeigen

Das Passah, das Josia wiederherstellt erfüllt in Christus, unser Passahlamm

Josia lässt das Passah wieder feiern wie seit der Richterzeit nicht mehr (23,21–23). Paulus deutet dieses Fest auf Christus (1. Korinther 5,7) — gemeint ist die Ordnung aus 2. Mose 12, nicht Josias Feier. An sie schließt Josia nur an; sein Fest wendet das Gericht nicht ab (23,26).

2. Mose 12,1–13 (Stiftung); 2. Könige 23,21–23 (Josias Feier) · 1. Korinther 5,7

Merkvers

2. Könige 8,19

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. In 2. Könige 5 sagt eine verschleppte Sklavin den entscheidenden Satz. Wem hast du zuletzt nicht zugehört, weil die Person zu klein schien?
  2. Naeman wollte etwas Großes tun und ärgerte sich über den einfachen Auftrag (5,11–13). Wo wartest du auf ein Zeichen, statt zu tun, was Gott dir längst gesagt hat?
  3. Gott lässt Juda stehen um seiner Zusage willen, nicht wegen des Königs (8,19). Was ändert das für unsere Gemeinde, wenn nicht unsere Treue das Fundament ist?