Gebet & Fasten
Was ist Gebet, und wie fange ich an?
Vielleicht hast du noch nie richtig gebetet, oder nur die Worte aus einem Buch nachgesprochen und dich dabei unsicher gefühlt. Gebet ist kein Zauberspruch und keine Rede vor Publikum. Es ist ein Gespräch mit jemandem, der dich schon kennt, bevor du den ersten Satz sagst. Du brauchst dafür keine besonderen Worte, keine Vorbereitung und keinen bestimmten Ort. Diese Seite zeigt dir, wie wir als Gemeinde beten, und wie ein erstes eigenes Gebet aussehen kann.
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«Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.»Psalm 145,18
Was ist Gebet eigentlich?
Gebet ist Kommunikation mit Gott: ein Gespräch, kein Vortrag. Du redest nicht in einen leeren Raum, sondern zu jemandem, der zuhört, auch wenn du keine Stimme wie am Telefon hörst. Bei uns gehört deshalb ein gemeinsames Gebet fest zum Gottesdienst: Wir bitten Gott um seinen Segen für die Zeit, die vor uns liegt. Das zeigt die Grundhaltung. Gebet kommt zuerst, nicht als Pflichtübung danach. Du musst dafür nicht «geistlich» klingen oder etwas Besonderes erlebt haben. Es reicht, dass du ehrlich bist mit dem, was gerade in dir vorgeht.
Muss ich dabei bestimmte Worte benutzen?
Nein. Jesus selbst warnte davor, im Gebet einfach viele Worte aneinanderzureihen, als würde das automatisch mehr bewirken. Du brauchst keine kirchliche Sprache, kein Amen am richtigen Platz und keine auswendig gelernten Sätze. Sag es so, wie du es sagen würdest, wenn du mit jemandem sprichst, dem du vertraust, in deinen eigenen Worten. Gott weiß ohnehin schon, was du brauchst, bevor du es aussprichst. Das Gebet ist also nicht dafür da, ihn zu informieren, sondern dafür, dass du ihm begegnest. Ein Gebet aus drei einfachen Sätzen zählt genauso wie ein langes.
«Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.»
Wie fange ich konkret an?
Du musst dafür nicht in der Kirche sein oder auf eine besondere Stimmung warten. Im Auto, beim Spazieren, am Küchentisch: Gebet ist an keinen Ort gebunden. Am einfachsten ist ein erstes eigenes Gebet nicht ein perfekter Text, sondern eine kleine Reihenfolge, an der du dich entlanghangeln kannst. Die folgenden Schritte sind kein Ritual, das du auswendig lernen musst. Probier sie einmal aus, dann findest du deine eigene Form.
Schritt 1 von 5
Sprich Gott direkt an
Fang nicht mit einer großen Einleitung an. Sag einfach «Vater» oder «Gott» (so, wie es sich für dich richtig anfühlt) und rede weiter, als würdest du mit jemandem sprechen, der gerade neben dir sitzt.
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Schritt 1 von 5
Sprich Gott direkt an
Fang nicht mit einer großen Einleitung an. Sag einfach «Vater» oder «Gott» (so, wie es sich für dich richtig anfühlt) und rede weiter, als würdest du mit jemandem sprechen, der gerade neben dir sitzt.
Schritt 2 von 5
Sag ehrlich, was los ist
Es gibt kein falsches Thema. Freude, Angst, Wut, eine Bitte, ein Dank, eine offene Frage: Alles darf in ein Gebet. Du musst nichts schönreden und nicht fromm klingen.
Schritt 3 von 5
Nenn deine Sorgen beim Namen
Schreib auf, was dich gerade beschäftigt: konkret, nicht allgemein. Sprich diese Liste dann im Gebet aus, Punkt für Punkt: «Das lege ich vor dich, hilf mir damit.» So bleibt keine Sorge namenlos im Raum stehen.
«Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.»
Schritt 4 von 5
Sag Danke, auch für Kleines
Beten ist keine Einbahnstraße aus Bitten. Nenn ein, zwei Dinge, für die du dankbar bist, auch wenn sie klein wirken. Das verändert den Blick auf den ganzen Tag.
Schritt 5 von 5
Du musst nicht allein anfangen
Montags um 19 Uhr treffen wir uns zur Gebetsstunde: Wir sprechen unsere Nöte laut aus und beten füreinander. Du musst dafür noch nichts können, nur kommen. Oder teil dein Anliegen über unsere Gebetsanliegen-Seite, dann beten wir für dich, auch wenn dir selbst gerade die Worte fehlen.
Was, wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll?
Dann bist du in guter Gesellschaft. In der Bibel bittet ein verzweifelter Vater um sein krankes Kind und findet keine glatten Worte. Er sagt nur: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» Genau dieser eine Satz reicht. Du musst deinen Glauben nicht erst stark genug machen, bevor du betest. Das Beten selbst ist der Weg dahin. Und wenn dir wirklich gar nichts einfällt: Der Heilige Geist selbst tritt für dich ein, «mit unaussprechlichem Seufzen», wie es in Römer 8,26 heißt. Er bringt vor Gott, was du selbst nicht in Worte fassen kannst.
«Ich glaube; hilf meinem Unglauben!»
Was heißt «Beten im Geist»?
Vielleicht stolperst du in der Bibel über diesen Ausdruck: beten «im Geist». Gemeint ist keine Technik für Fortgeschrittene. Beten im Geist heißt: Du betest nicht aus eigener Kraft. Gott selbst hilft dir dabei, durch seinen Heiligen Geist. Als Pfingstgemeinde glauben wir, dass der Heilige Geist heute genauso wirkt wie bei den ersten Christen: Er leitet dich beim Beten, er richtet deinen Blick auf Gott, und er tritt für dich ein, wo deine eigenen Worte aufhören (Römer 8,26). Deshalb darfst du dein Gebet mit einer ganz einfachen Bitte beginnen: «Heiliger Geist, hilf mir beten.» Mehr Voraussetzung gibt es nicht.
«Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen»
Erhört Gott jedes Gebet?
Nicht so, wie wir es uns manchmal wünschen. Gott hört jedes ehrliche Gebet, aber erhören heißt nicht automatisch, dass alles genau so eintrifft, wie wir es uns vorstellen. Selbst Jesus betete in seiner schwersten Nacht: «Nimm diesen Kelch von mir», und bekam nicht die Antwort, die er sich zuerst wünschte, sondern hielt an seinem Vater fest. Das ist keine Enttäuschung, die du verstecken musst, sondern die Erfahrung fast jedes Betenden. Was die Bibel zusagt, ist nicht, dass jede Bitte wie bestellt geliefert wird, sondern dass Gott hört, wenn wir nach seinem Willen bitten, und dass wir dieser Zusage vertrauen dürfen.
«Und das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.»
«Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.»
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Stand August 2026. Fragen und Widerspruch sind ausdrücklich willkommen: schreib uns.





