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Allgemeine Briefe · NT · Kapitel 58 von 66

Hebräer

Jesus ist unser vollkommener Hoherpriester.

Verfasser
Der Brief nennt seinen Schreiber nicht; er kennt seine Leser persönlich, erwartet Timotheus (13,23) und zählt sich zu denen, die die Botschaft von Ohrenzeugen bekommen haben (2,3).
Entstehung
Geschrieben an eine bedrängte Gemeinde, die Spott und Enteignung hinter sich hat (10,32–34); Grüße von Leuten aus Italien gehen mit (13,24).
Gattung
Predigt in Briefform — der Schreiber nennt sie selbst ein Wort der Ermahnung (13,22); Lehrgang und Warnung wechseln sich ab.
Kernaussage
Was ihr in Jesus habt, ist besser als alles, wozu ihr zurückgehen könntet — darum haltet fest und tretet hinzu.

Der Hebräerbrief ist eher eine Predigt als ein Brief. Am Schluss nennt der Schreiber ihn selbst eine Ermahnung (13,22). Die Leute, an die er schreibt, sind nicht am Anfang. Sie haben Spott ausgehalten und Besitz verloren (10,32–34), und jetzt sind sie müde. Einige bleiben den Treffen fern (10,25). Andere denken daran zurückzugehen zu dem, was sie kannten: Tempel, Priester, Opfer, feste Ordnung. Dagegen schreibt dieser Brief. Er stellt nicht ein Volk gegen ein anderes. Er stellt Schatten gegen Sache. Dreizehn Kapitel lang wechseln Lehrgang und Warnung, und immer fällt dasselbe Vergleichswort: besser. Eine bessere Hoffnung (7,19), ein besserer Bund (7,22), bessere Opfer (9,23). In der Mitte steht ein Amt, das im übrigen Neuen Testament nie auf Jesus angewendet wird. Er ist Priester.

Schlüsselstellen

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Hebräer 2,14–18Warum musste dieser Priester ein Bruder werden?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Der Brief hat gerade Schriftworte angeführt, in denen einer die Seinen Brüder nennt (2,12–13). Die Kinder bestehen aus Fleisch und Blut, also hat er dasselbe genommen. Wozu, sagt Vers 14: Sein Tod sollte den entmachten, der den Tod in der Hand hatte. Und freikommen sollten die, die ihr Leben lang Todesangst hatten. Vers 16 sagt, um wen er sich kümmert: um Abrahams Nachkommen, nicht Engel. Dann fällt in Vers 17 das Wort, das den Brief trägt. Er musste seinen Geschwistern in allem gleich werden. Nur so konnte er ein Priester mit Erbarmen sein, und nur so wurde die Schuld des Volkes gesühnt. Sühnen heißt: Er nimmt den Platz ein, der uns zustand.

Der Christus-Bezug

Hier steht der Titel zum ersten Mal, und der Brief begründet ihn mit dem Menschsein. Dass Gott Mensch wurde, sagen andere Bücher auch (Johannes 1,14; Philipper 2,7). Nur der Hebräerbrief sagt, wozu es im Amt nötig war: damit einer dort steht, der Versuchung von innen kennt (2,18). Erbarmen ist hier keine Stimmung, sondern Voraussetzung für den Dienst.

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Hebräer 4,14–16Was darf ein müder Mensch mit diesem Priester tun?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Kurz davor hat der Brief hart geredet: Gottes Wort schneidet, nichts bleibt verborgen, und wir müssen Rechenschaft geben (4,12–13). Dann die Wendung. Oben ist ein großer Hoherpriester für uns da — Jesus, Gottes Sohn, der die Himmel hinter sich hat. Deshalb sollen wir am Bekenntnis festhalten. Vers 15 nimmt einen Einwand vorweg: Dieser Priester kann mit unserer Schwachheit sehr wohl etwas anfangen. Er wurde geprüft wie wir, nur ohne Sünde. Vers 16 zieht die Folge, und sie überrascht: Also komm her. Ohne Anmeldung, an einen Thron, und der Brief hängt ein Wort daran: Gnade. Wo die alte Ordnung einen Mann einmal im Jahr hineinließ (9,7), lädt der Brief jetzt alle ein.

Der Christus-Bezug

Die stärkste Stelle des Briefes für seinen Titel steht nicht in einem Lehrsatz, sondern in einer Einladung. Zwei Sätze stehen hier zusammen, die nur hier so zusammenstehen: Er ist oben. Und er weiß, wie sich Schwachheit anfühlt. Höhe ohne Nähe wäre Ferne. Nähe ohne Höhe wäre Trost ohne Vollmacht. Und dort gibt es Hilfe genau dann, wenn sie gebraucht wird.

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Hebräer 5,5–10Wer hat ihm dieses Amt gegeben?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Vorher beschreibt der Brief den gewöhnlichen Hohenpriester (5,1–4): aus Menschen genommen, nachsichtig mit Ahnungslosen und Verirrten, weil er selbst schwach ist. Darum opfert er auch für die eigene Schuld. Niemand verleiht sich dieses Amt selbst; Aaron wurde gerufen. Diese Prüfung legt der Brief nun an Christus an. Auch er hat sich die Würde nicht selbst gegeben. Zwei Sätze aus dem Alten Testament stehen dafür: Psalm 2,7 nennt ihn Sohn, Psalm 110,4 sagt ihm ein Priesteramt zu, das nicht endet, nach der Art Melchisedeks. Das Amt kommt aus Gottes Mund, nicht aus seinem Anspruch. Vers 7 zeigt ihn im Gebet: schreiend und weinend, gerichtet an Gott, der ihn dem Sterben hätte entreißen können.

Der Christus-Bezug

Vers 9 setzt das Titelwort hinter das Leiden: Was er erlitt, lehrte ihn Gehorsam (5,8), und danach war das Amt ausgefüllt. Dasselbe sagt 2,10 schon vorher. Er kam nicht als fertiger Priester und wurde danach geprüft. Wo er so gebetet hat, sagt der Brief nicht. Die Evangelien erzählen eine solche Nacht (Markus 14,32–36). Diese Verbindung zieht der Hebräerbrief selbst nicht.

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Hebräer 7,11–17Warum kommt er aus dem falschen Stamm?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Jetzt greift der Brief den härtesten Einwand gegen seinen Titel auf. Priester wurden in Israel nicht gewählt, sie wurden geboren: aus Aarons Familie, Stamm Levi. Jesus stammt aus Juda; über diesen Stamm hat Mose nichts von Priesterdienst gesagt (7,14). Wäre er auf der Erde, sagt der Brief, wäre er gar nicht Priester (8,4). Aus dem Einwand macht er sein Argument. Hätte das levitische Priestertum sein Ziel erreicht, hätte Gott keinen anderen Priester angekündigt. Er hat es getan (Psalm 110,4). Wechselt das Priestertum, muss das Gesetz mitwechseln, das es geregelt hat (7,12). Vers 16 nennt den Unterschied: Er hält sein Amt nicht durch eine Vorschrift über Abstammung, sondern aus der Kraft unzerstörbaren Lebens.

Der Christus-Bezug

Das sagt kein anderes Buch: Jesus ist Priester, aber nicht in Aarons Reihe — melchisedekisch, nicht aaronitisch (7,11.17). Sein Amt hängt nicht an einer Familie, sondern an einem Leben ohne Ende. Levitikus stellt das Amt hin und lässt offen, wie es ans Ziel kommt. Es brauchte einen anderen Träger, weil das Gesetz nichts fertig gemacht hat (7,11.19).

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Hebräer 7,23–28Was heißt hier vollkommen?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Jetzt wird gezählt. Priester gab es viele, weil der Tod jeden Dienst beendete (7,23). Dieser bleibt; sein Amt geht an niemanden über (7,24). Daraus folgt Vers 25: Er kann jeden ganz und gar retten, der über ihn zu Gott geht — er lebt und tritt für ihn ein. Vers 26 sagt, was so ein Priester sein muss: heilig, ohne eigene Schuld, von den Sündern getrennt, über alle Himmel erhöht. Vers 27 nennt den Unterschied am Altar: Die anderen opferten Tag für Tag zuerst für die eigene Schuld. Er brachte sich selbst, einmal, und es war getan. Vers 28 stellt beide Reihen nebeneinander: schwache Menschen durch das Gesetz, der Sohn durch Gottes Schwur.

Der Christus-Bezug

Vers 28 rückt das Titelwort vollkommen direkt neben das Amt: schwache Menschen hier, der Sohn dort. Vollkommen heißt hier nicht makellos im Sinn einer Charakternote. Es heißt fertig, nichts nachzureichen. Diese Rechnung führt nur dieses Buch: viele Priester gegen einen, jedes Jahr gegen ein einziges Mal. Und weil er bleibt, hört sein Eintreten für dich nicht auf (7,25).

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Hebräer 9,1–10Warum bricht der Brief mitten in der Stiftshütte ab?StarkKult Schatten

Was hier steht

Der Brief beschreibt das alte Heiligtum. Vorne ein Raum, in dem die Priester immer Dienst taten. Dahinter, hinter einem zweiten Vorhang, der innerste Raum. Er zählt auf, was dazugehörte: Leuchter, Tisch und Brote, die Lade und was in ihr lag, darüber die Cherubim. Und dann hört er mitten im Aufzählen auf: Über die Einzelheiten sei jetzt nicht zu reden (9,5). Ein Stück deutet er trotzdem, und nur dieses: Solange der vordere Raum stand, war der Weg nach innen nicht freigegeben (9,8). Vers 9 nennt die Einrichtung ein Gleichnis für die damalige Zeit. Gaben und Opfer brachten das Gewissen nicht ans Ziel. Vers 10 nennt sogar eine Frist: bis Gott die Dinge zurechtbringt.

Der Christus-Bezug

Im Rahmen dessen, was der Brief über Abbild und Schatten sagt (8,5; 10,1), lässt sich das erste Zelt als Vorausbild lesen. Für die Einzelteile gibt er nichts an; wo er schweigt, schweigen wir. Gedeutet ist die verschlossene Tür, und sie steht offen: Der Weg führt durch den Vorhang, und der Brief sagt, was er damit meint — seinen Leib (10,19–20).

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Merkvers

Hebräer 4,16

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. Der Brief sagt nicht „halte Abstand“, sondern „komm her“ (4,16). Was hält dich gerade davon ab — und wovon glaubst du, dass er es nicht kennt?
  2. Hebräer 9,5 hört mitten im Aufzählen auf. Wo redest du über Gott sicherer, als die Bibel es tut?
  3. Einige kamen nicht mehr zu den Treffen (10,25). Wer fehlt bei uns seit Monaten — und wer geht diese Woche hin?