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Briefe Paulus' · NT · Kapitel 47 von 66

2. Korinther

Jesus ist unser Trost.

Verfasser
Paulus, zusammen mit Timotheus (1,1).
Entstehung
Geschrieben aus Mazedonien, nach einem schmerzlichen Besuch in Korinth und einem Brief unter Tränen (2,1–4; 7,5).
Gattung
Apostelbrief — zugleich Verteidigungsschrift, Seelsorgebrief und Spendenaufruf.
Kernaussage
Gott tröstet mitten in der Bedrängnis statt an ihr vorbei, und er tut es als der, der Tote auferweckt; deshalb sieht der Dienst, der Christus verkündigt, schwach aus und ist es nicht.

2. Korinther ist ein Brief mitten aus einem Streit. Nach dem ersten Brief war die Sache in Korinth nicht beigelegt. Es gab einen Besuch, der wehtat, und einen Brief, den Paulus unter Tränen schrieb (2,1–4). Fremde Prediger zogen ihn herunter: schwach im Auftreten, unbedeutend als Redner (10,10). Paulus wehrt sich, aber nicht mit Erfolgen. Er zählt auf, was er einstecken musste: Schläge, Gefängnis, Schiffbruch, Hunger, Sorge um die Gemeinden (11,23–28). Dazwischen stehen die großen Abschnitte: der neue Bund, der Tonkrug, die Versöhnung, die Sammlung für Jerusalem. Über sich selbst schreibt Paulus hier wie sonst nirgends: über Angst, Erschöpfung und Tränen. Der Brief beginnt mit einem Lobpreis über den Trost Gottes. Er endet mit einem Segen, der bei der Gnade des Herrn Jesus anfängt (13,13).

Schlüsselstellen

6 von 6 sichtbar
2. Korinther 1,3–11Wer tröstet hier eigentlich?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Der Brief fängt nicht mit dem Streit an, sondern mit Lob. Wer handelt, steht in Vers 3: der Vater. Er tritt neben Menschen, die unter Druck stehen. Der Trost bleibt aber nicht bei dem stehen, der ihn bekommt: Wer getröstet ist, soll damit andere trösten (1,4). Vers 6 buchstabiert das durch: Seine Bedrängnis kommt der Gemeinde zugute, sein Trost ebenso. Dann wird es konkret: In der Provinz Asia kam er so unter Druck, dass er mit dem Leben abgeschlossen hatte (1,8). Und er sagt, wozu: damit er nicht mehr auf sich selbst baut, sondern auf den Gott, der Tote auferweckt (1,9). Da liegt der Boden dieses Trostes. Gott hat gerettet, er rettet, er wird retten — und die Gemeinde betet mit (1,10–11).

Der Christus-Bezug

In Vers 5 tritt Christus in diese Bewegung ein. Zwei Ströme laufen: Seine Leiden fließen reichlich auf die Seinen über, und ebenso reichlich fließt durch ihn der Trost. Der Brief redet ausdrücklich von ihm — nicht als dem, der tröstet, sondern als Grund und Weg. Und der Gott, auf den Paulus sich in Vers 9 wirft, ist derselbe, der Jesus aus dem Tod geholt hat (4,14).

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2. Korinther 1,18–22Warum heißt Christus das Ja Gottes?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Der Vorwurf ist klein und trifft doch tief. Paulus hatte einen Besuch angekündigt und den Plan geändert. Also, sagen die Leute: heute ja, morgen nein (1,17). Paulus erklärt keine Reisewege. Er greift höher. Gott hält Wort, und deshalb war auch die Botschaft, die in Korinth ankam, nicht schwankend (1,18–19). Dann folgt der Satz, der den Abschnitt trägt: Alles, was Gott zugesagt hat, findet in Christus sein Ja — und durch ihn antwortet die Gemeinde mit Amen (1,20). Amen heißt so viel wie: Darauf ist Verlass. Die Verse 21 und 22 zählen auf, was Gott dabei tut: Er stellt die Seinen fest hin, salbt sie, setzt sein Siegel und gibt den Geist als Anzahlung.

Der Christus-Bezug

Diesen Satz gibt es nur in diesem Brief. Christus erfüllt nicht einzelne Zusagen. Er ist das Ja Gottes zu allen. Was Gott Israel versprochen hat, wird darin nicht ersetzt, sondern bestätigt (Römer 15,8). Dieses Ja ist der Boden, auf dem der Trost steht. Wer weiß, dass Gott nicht schwankt, hält auch aus, was gerade nicht nach Zusage aussieht.

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2. Korinther 4,6–18Warum zerbricht der Krug und der Schatz nicht?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Erst das Licht: Derselbe Gott, der am Anfang die Finsternis aufriss, macht es in Herzen hell — damit Menschen ihn im Angesicht Jesu Christi erkennen (4,6). Dann der Bruch: Der Schatz liegt in Gefäßen aus gebranntem Ton (4,7). Tonkrüge waren Massenware, billig und schnell zerschlagen. Den Grund nennt er selbst: So sieht jeder, dass die Kraft von Gott kommt, nicht vom Träger. Danach vier Paare (4,8–9): Druck von allen Seiten, aber kein Zerbrechen; keine Auswege mehr, aber kein Aufgeben; Verfolgung, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht erledigt. Gott räumt die Bedrängnis nicht weg. Warum sie ihn nicht erledigt, sagt der Schluss: Der äußere Mensch geht zugrunde, der innere wird täglich neu, und die Last von heute arbeitet an einer Herrlichkeit, die bleibt (4,16–18).

Der Christus-Bezug

Paulus trägt das Sterben Jesu ständig an seinem Leib mit sich herum — damit an demselben Leib auch das Leben Jesu sichtbar wird (4,10–11). Nicht trotz der Risse wird Christus erkennbar, sondern durch sie hindurch. Und es läuft auf mehr hinaus: Gott hat den Herrn Jesus auferweckt und wird durch ihn auch uns aufwecken (4,14). Gleich danach: ein Bau, den keine Hand gemacht hat, und der Geist als Anzahlung (5,1–5). Der Tonkrug zerbricht. Der Schatz nicht.

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2. Korinther 5,18–21Wer versöhnt hier wen?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Versöhnen heißt: Ein Zerwürfnis wird beendet, zwei finden wieder zueinander. Achte darauf, wer anfängt. Nicht der Mensch stimmt Gott um. Gott handelt zuerst (5,18). Er war in Christus am Werk und hat die Welt wieder zu sich geholt, ohne den Menschen ihre Schuld vorzurechnen (5,19). Die Rechnung wird nicht gestundet. Sie wird gar nicht erst aufgemacht. Wer versöhnt wird, hat nichts mehr nachzuzahlen. Daraus wird ein Auftrag. Paulus nennt sich Botschafter — ein Gesandter, der mit fremder Vollmacht redet — und bittet an Christi Stelle darum, die Versöhnung anzunehmen (5,20). Ein bemerkenswerter Ton für einen Apostel: Er bittet, er befiehlt nicht. Vers 21 sagt dann in einem Atemzug, wie das zugeht.

Der Christus-Bezug

Vers 21 zieht alles zusammen. Der, der Sünde nie von innen kannte, wird für uns dorthin gestellt, wo die Sünde steht — damit wir in ihm das werden, was Gott gerecht nennt. Zwei Bewegungen, ein Vers. Vom Tausch redet das Neue Testament öfter (Galater 3,13; 1. Petrus 3,18), nirgends so knapp. Darauf ruht der Trost von Kapitel 1.

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2. Korinther 8,1–9Wie wird ein Reicher arm?StarkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Der Zusammenhang ist praktisch. Paulus sammelt Geld für die verarmten Christen in Jerusalem. Als Beispiel stellt er die Gemeinden in Mazedonien hin: selbst bedrängt, selbst arm, und sie gaben über ihre Kräfte (8,1–3). Sie mussten sogar darum bitten, mitgeben zu dürfen (8,4). Dann bremst Paulus. Er befiehlt nichts. Er will sehen, ob die Liebe echt ist (8,8). Und mitten in diese Geldfrage setzt er einen Satz über Christus (8,9). Der Weg steht in drei Schritten da: Er war reich. Er wurde arm, und zwar um der Korinther willen. Und der Zweck war, dass sie reich werden. Worin Reichtum und Armut bestanden, sagt der Vers nicht. Paulus setzt es als bekannt voraus.

Der Christus-Bezug

Nach demselben Muster beschreibt Philipper 2,6–8 den Weg nach unten. Dass 8,9 die Menschwerdung meint, sagt der Vers nicht ausdrücklich, und sein Zusammenhang erklärt es nicht; die Kirche liest ihn seit je so, und der Brief stützt das: Gott gibt, indem er selbst arm wird. Und der Satz steht in einem Spendenaufruf, nicht in einem Lehrstück.

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2. Korinther 12,7–10Was antwortet der Herr beim dritten Mal?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Kurz zuvor hat Paulus von einer Entrückung erzählt, die er kaum einordnen kann (12,2–4). Direkt daneben steht der Gegenpol: ein Pfahl im Fleisch, ein Bote Satans, der ihn schlägt (12,7). Was es war, sagt er nicht; der Text lässt es offen. Dreimal hat er den Herrn gebeten, dass es aufhört (12,8). Auch Jesus hat in Gethsemane dreimal gebetet (Matthäus 26,44); Paulus zieht diese Linie nicht selbst. Die Antwort kommt. Aber sie nimmt den Pfahl nicht weg. Sie stellt etwas anderes hin: Gnade, die ausreicht, und Kraft, die gerade dort ans Ziel kommt, wo ein Mensch am Ende ist (12,9). Danach dreht Paulus seine Bilanz um: Er rühmt sich dessen, was ihm fehlt.

Der Christus-Bezug

Hier gibt Paulus ein Wort des erhöhten Herrn im Wortlaut wieder; sonst tut er das in seinen Briefen nur beim Mahl des Herrn (1. Korinther 11,23–25). Der Herr antwortet mit sich selbst statt mit Heilung. Paulus zieht die Folge: Er will lieber schwach sein, damit Christi Kraft bei ihm einzieht (12,9). Nicht das Ende der Not ist der Trost, sondern der Herr, der bleibt.

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Merkvers

2. Korinther 12,9

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. Paulus hat dreimal gebetet und keine Heilung bekommen, sondern eine Zusage (12,8–9). Worum hast du zuletzt gebeten, ohne dass es geschah — und was hast du stattdessen bekommen?
  2. Der Trost in 1,4 ist zum Weitergeben bestimmt. Wen kennst du gerade, der genau das braucht, was du selbst durchgestanden hast?
  3. Paulus vergleicht sich mit einem billigen Tonkrug (4,7) und sagt im selben Abschnitt, dass Gott ihn auferwecken wird (4,14). Was fällt dir schwerer: dass andere deine Risse sehen — oder zu glauben, dass sie nicht das letzte Wort behalten?