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Briefe Paulus' · NT · Kapitel 46 von 66

1. Korinther

Jesus ist unsere Auferstehung.

Verfasser
Paulus, im Briefkopf zusammen mit Sosthenes genannt (1,1); er hatte die Gemeinde selbst gegründet.
Entstehung
Geschrieben in Ephesus, nach Nachrichten aus Korinth und einem Brief der Gemeinde mit Fragen.
Gattung
Gemeindebrief — Antwort auf gemeldete Missstände und auf angefragte Streitfragen.
Kernaussage
Eine reich begabte, aber zerstrittene Gemeinde bekommt ihren Maßstab zurück: den gekreuzigten Christus — und am Schluss die Zusage, dass Gott auch ihre Leiber auferwecken wird.

Korinth war eine Hafenstadt mit zwei Häfen, viel Geld und vielen Göttern. Paulus hatte dort anderthalb Jahre gearbeitet (Apostelgeschichte 18,11). Später, von Ephesus aus, erreichen ihn Nachrichten: Leute aus dem Haus der Chloe berichten von Streit (1,11). Dazu kommt ein Brief der Gemeinde mit Fragen. Paulus geht die Punkte der Reihe nach durch. Parteien, ein Fall von Unzucht, Prozesse vor Gericht, Ehe, Opferfleisch, das Herrenmahl, die Gaben des Geistes, die Auferstehung, eine Geldsammlung. An Gaben fehlt es diesen Leuten nicht (1,7). Sie sind begabt und zerstritten zugleich. Gegen alle Punkte stellt Paulus denselben Maßstab, und er stellt ihn gleich zu Beginn auf. In der Mitte des Briefes sagt er, wozu die Gaben da sind (12,7). Am Schluss kommt er auf die Frage, an der alles hängt.

Schlüsselstellen

6 von 6 sichtbar
1. Korinther 1,18–25Warum verkündigt Paulus ausgerechnet einen Hingerichteten?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

In Korinth zählte, wer gut reden konnte. Redner hatten Anhänger, und die Gemeinde machte es genauso: Jeder nannte seinen Lehrer und stellte sich hinter ihn (1,12). Paulus setzt dagegen keine bessere Rede, sondern einen Inhalt, an dem jede schöne Rede zerbricht: einen Messias, den die Römer hingerichtet haben. Für Juden war das ausgeschlossen: Wer am Holz hängt, gilt als verflucht (5. Mose 21,23). Für Griechen war es lächerlich; gekreuzigt wurden Sklaven und Aufrührer. Paulus redet den Anstoß nicht klein. Er sagt: Gerade hier handelt Gott mit Kraft (1,18.24). Was schwach aussieht, ist stärker als alles Menschliche (1,25). In 2,2 sagt er es als Entschluss: In Korinth wollte er nur von diesem Gekreuzigten wissen.

Der Christus-Bezug

Hier wird der Gekreuzigte selbst zur Weisheit Gottes erklärt, die der Klugheit der Klugen gegenübersteht (1,24). Und in 1,30 zählt Paulus auf, was Christus für uns geworden ist: Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung, Erlösung. Das sind vier Wörter, die sonst Sachen bezeichnen. Hier bezeichnen sie eine Person.

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1. Korinther 5,6–8Warum nennt Paulus Christus ein Passalamm?Sehr starkTypologie Ereignis

Was hier steht

In der Gemeinde lebt ein Mann mit der Frau seines Vaters, und die Gemeinde ist stolz statt betroffen (5,1-2). Paulus greift zu einem Bild aus der Küche: Schon wenig Sauerteig verändert den ganzen Teig (5,6). Dahinter steht das Passafest. Vor dem Fest musste jeder Haushalt jede Spur Sauerteig aus dem Haus schaffen (2. Mose 12,15.19). Genau das verlangt Paulus jetzt von der Gemeinde: ausfegen. Dann folgt die Begründung, und sie ist keine Ermahnung, sondern eine Nachricht. Das Passalamm ist bereits geschlachtet, und dieses Lamm ist Christus (5,7). Darum läuft das Fest schon; es wird nicht erst vorbereitet (5,8). Die Gemeinde soll nicht rein werden, damit sie dazugehört. Sie gehört dazu — und soll deshalb rein sein.

Der Christus-Bezug

Lamm heißt Jesus an mehreren Stellen des Neuen Testaments (Johannes 1,29; 1. Petrus 1,18-19; Offenbarung 5,6). Hier wird er ausdrücklich mit dem Passalamm gleichgesetzt, dem Tier jener Nacht, in der Israel aus Ägypten aufbrach. Diese Nacht ist wirklich geschehen; Paulus löst sie nicht in ein Bild auf. Er sagt: Derselbe Gott hat noch einmal so gehandelt.

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1. Korinther 6,12–14Wozu ist dein Körper da?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

In Korinth lief ein Schlagwort um: Alles ist erlaubt (6,12). Paulus nimmt es auf und zieht zweimal eine Grenze — nützlich ist nicht alles, und beherrschen lassen will er sich von nichts. Dahinter stand eine Meinung über den Körper: Essen und Verdauung vergehen, also sei auch sonst gleichgültig, was am Leib geschieht. Der Gang zur Prostituierten galt damit als Nebensache. Paulus widerspricht an der Wurzel. Nach 6,13 hat der Leib eine andere Bestimmung als die Unzucht: Er gehört dem Herrn, und der Herr steht zu ihm. Die Begründung liegt nicht in einer Regel, sondern in der Zukunft. Gott hat Jesus aus dem Tod geholt, und mit derselben Kraft wird er uns holen (6,14).

Der Christus-Bezug

Hier steht die Auferstehung mitten im Brief, lange vor Kapitel 15 — und sie steht in einer Frage nach dem Körper. Paulus begründet nicht mit einem Verbot, sondern mit der Zukunft dieses Leibes (6,14). Dieselbe Bewegung macht er in Römer 6,12-13 und 8,11-13. Jesus ist nicht als Seele auferstanden. Was Gott an ihm getan hat, hat er mit unseren Leibern vor.

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1. Korinther 12,12–27Wessen Leib ist die Gemeinde?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

In Korinth galt mehr, wer auffiel. Paulus dreht die Frage um. Er setzt zuerst den Prüfstein: Nur im Heiligen Geist kann jemand Jesus als Herrn bekennen (12,3). Dann zählt er die Gaben auf und sagt jedes Mal dazu, dass derselbe Geist wirkt (12,4-11). Und er nennt den Zweck: Was der Geist wirkt, dient allen (12,7). Danach kommt das Bild vom Leib. Kein Glied genügt sich selbst, und gerade die schwächer aussehenden sind unentbehrlich (12,14-24). Deshalb gibt es im Leib keinen Zwiespalt, sondern Mitleiden und Mitfreude (12,25-26). Zuletzt sagt Paulus den Korinthern, was sie sind: Leib des Christus, jeder ein Glied daran (12,27). Und dann folgt Kapitel 13. Die Liebe ist das Maß, nicht die Stärke der Wirkung.

Der Christus-Bezug

Paulus sagt nicht, die Gemeinde sei wie ein Leib. In 12,12 ist es der Leib des Christus, und in 12,27 sind es die Korinther selbst. Der Geist redet nie von sich; er verherrlicht Christus (Johannes 16,14). Als Gemeinde bekennen wir, dass diese Gaben heute wirken. Sie sind Werkzeug, kein Rangabzeichen (12,7). Die Bibel erzählt, dass Menschen den Geist auf verschiedenen Wegen empfingen (Apostelgeschichte 2; 8; 10; 19). Gemeinsam ist immer: Jesus gibt, der Mensch empfängt.

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1. Korinther 15,3–23Was hängt an diesem einen Grab?Sehr starkDirektes Zeugnis

Was hier steht

Bevor Paulus argumentiert, legt er offen, woher seine Botschaft kommt. Er hat sie empfangen und weitergegeben, nicht erfunden (15,3). Was folgt, klingt wie eine auswendig gelernte Reihe: gestorben für unsere Sünden, begraben, auferweckt am dritten Tag, gesehen worden. Zweimal steht dabei, dass dies den Schriften entspricht (15,3-4). Dann zählt er Zeugen auf, bis zu über fünfhundert Brüdern auf einmal, und setzt hinzu, die meisten lebten noch (15,5-8). Das ist eine Einladung, nachzufragen. Danach kommt der Streitpunkt: Einige bestritten, dass Tote auferstehen (15,12). Paulus rechnet vor, was dieser Satz kostet. Steht niemand von den Toten auf, dann wurde auch Christus nicht auferweckt. Dann ist die Predigt leer, der Glaube leer, die Apostel sind falsche Zeugen, die Schuld bleibt, die Verstorbenen sind verloren (15,13-19). Einen Mittelweg lässt Paulus nicht zu. Dann kippt der Abschnitt in zwei Wörtern: Nun aber. Christus ist auferweckt, als Erstling (15,20), und es gibt eine Reihenfolge: er zuerst, die Seinen bei seiner Wiederkunft (15,23).

Der Christus-Bezug

Paulus gibt weiter, was er selbst empfangen hat (15,3) — die Reihe ist älter als dieser Brief. Sie nennt vier Vorgänge: gestorben, begraben, auferweckt, gesehen. Das Begräbnis in der Mitte ist kein Beiwerk. Es hält fest: Es geht um einen Leib, nicht um ein Weiterleben in der Erinnerung. Erstling ist ein Erntewort: Wo die erste Garbe liegt, folgt das Feld. Jesu Auferstehung ist darum nicht sein Vorrecht, sondern unser Anfang (15,21-23).

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1. Korinther 15,42–49Mit was für einem Leib denn?StarkHeilslinie

Was hier steht

Die Rückfrage aus Korinth war praktisch: Was wird das für ein Leib sein (15,35)? Paulus antwortet mit dem Acker. Ein Weizenkorn muss in die Erde, und was aufgeht, sieht anders aus (15,36-38). So ist es mit unseren Leibern: Gesät wird, was vergänglich, ohne Ehre und schwach ist; auferweckt wird, was unvergänglich, herrlich und stark ist (15,42-43). In 15,44 heißt der Gegensatz natürlich gegen geistlich. Geistlich meint nicht aus Geist gemacht, sondern vom Geist bestimmt. Und wenn 15,50 sagt, dass ein Mensch aus Fleisch und Blut Gottes Reich nicht erbt, dann fällt nicht der Leib weg, sondern die Vergänglichkeit; 15,53 sagt es selbst: Was verwest und stirbt, wird neu eingekleidet. In 15,45 beruft sich Paulus ausdrücklich auf die Schrift und greift 1. Mose 2,7 auf: Adam wurde aus Erde gebildet und empfing Leben. Der letzte Adam gibt Leben und kommt vom Himmel (15,45.47).

Der Christus-Bezug

Die Linie ist im Text benannt: Adam aus Erde (1. Mose 2,7) — der letzte Adam, der Leben gibt (15,45) — und am Ende die Prägung des Himmlischen, die wir tragen werden (15,49). Wir führen die Stelle als Linie, nicht als Einzelaussage über Jesus: Paulus redet hier von uns. Nach demselben Muster redet Philipper 3,21 vom Umgestalten unseres Leibes. Es geht nicht um Auflösung, sondern um Ähnlichkeit mit ihm.

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Bilder, die auf ihn zeigen

Die erste Garbe der Ernte erfüllt in Der auferweckte Christus

Paulus nennt Christus mit dem Wort für die erste Garbe (15,20.23). Der Priester hob sie vor Gott hoch, und erst danach war das neue Korn zum Essen frei (3. Mose 23,10-11.14). Wer zu ihm gehört, gehört zu seiner Auferstehung.

3. Mose 23,10-11.14 · 1. Korinther 15,20.23

Merkvers

1. Korinther 15,20

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. Paulus wollte in Korinth von nichts anderem wissen als von dem Gekreuzigten (2,2). Was wäre an deinem Glauben anders, wenn du diesen Satz über dich sagen müsstest?
  2. In 6,14 begründet Paulus mit der Auferstehung, was du mit deinem Körper tust. Wo hat das für dich eine ganz praktische Folge?
  3. Nach 12,7 dient jede Gabe den anderen, und nach 15,58 ist keine Arbeit für den Herrn umsonst. Welcher Dienst in unserer Gemeinde sieht klein aus und ist es nach diesen zwei Versen gerade nicht?