Liebe und Zuneigung ausdrücken
Liebe ist mehr als ein Gefühl: eine Lebenseinstellung, die der Partner in seiner eigenen Sprache versteht.
- Worum es geht
- Jesus hat angekündigt, dass die Liebe vieler Menschen erkalten wird. Dagegen stellt die Lektion Gottes Hingabe als Vorbild, die biblische Definition der Liebe, die griechischen Liebesbegriffe und die fünf Sprachen der Liebe: Werkzeuge, damit eure Liebe beim Partner wirklich ankommt.
- Leitvers
- 1. Korinther 13,4-7
- Für euch als Paar
- Ihr findet heraus, in welcher Sprache euer Partner Liebe hört, und lernt, sie bewusst zu sprechen, damit die Liebe in eurer Ehe nicht erkaltet.
- Im Seminar
- Lektion 3 von 7
Liebe ist ein wunderbares und belebendes Thema. Trotzdem beginnt diese Lektion mit der Schattenseite: Jesus hat schon vor rund 2000 Jahren angekündigt, dass in den letzten Tagen die Liebe vieler Menschen erkalten wird, und wer heute genau hinschaut, erkennt diesen Vorgang. Wo die Liebe erkaltet, rückt das eigene Ich in den Vordergrund. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, was Liebe eigentlich ist, woher sie kommt und wie sie beim anderen ankommt. Darum geht es hier: um Gottes Hingabe als Vorbild, um die biblische Definition der Liebe, um die verschiedenen Arten von Liebe und um die Sprachen, in denen euer Partner Liebe hört.
Die Lektion Schritt für Schritt
7 von 7 sichtbarMatthäus 24,12Warum die Lektion mit der Schattenseite beginntKern
Worum es geht
Liebe ist ein so wunderbares und belebendes Thema, und doch setzt die Lektion bewusst bei der negativen Seite an, weil sie heute immer stärker sichtbar wird. In Matthäus 24,12 sagt Jesus für die letzten Tage voraus, dass Gottes Gesetz immer weniger geachtet wird und die Liebe vieler dadurch abkühlt. Erkalten heißt: Die Liebe hat keinen hohen Stellenwert mehr. Wer genauer hinschaut, erkennt, dass genau dieser Prozess bereits stattfindet. Den Menschen fehlt es an Liebe. Sie entfernen sich von Gott, von ihren Familien und sogar von ihren eigenen Partnern. Wo die Liebe erkaltet, steht nur noch das eigene Ich im Vordergrund, das selbstsüchtige Ich, das sehr zerstörerisch sein kann. Die Lektion stellt dazu drei Fragen: Was bedeutet Liebe für dich? Welche Eigenschaften gehören zur Liebe? Und kennst du ein Beispiel von unvergleichbarer Liebe?
Was das für euch heißt
Für eure Ehe heißt das: Das Erkalten der Liebe ist keine ferne Zeitdiagnose, sondern eine Gefahr, die auch an eurer Tür anklopft. Es zeigt sich dort, wo das eigene, selbstsüchtige Ich im Vordergrund steht. Die Lektion nennt das eine Herausforderung für Beziehungen und Ehen in unserer Zeit und gibt zugleich die Richtung vor: Stellt euch bewusst gegen diese Tendenz und lebt die Liebe aktiv. Die Lektion hält im Fazit fest: Die Liebe in der Ehe darf niemals erkalten; sie braucht beständige Pflege und das Verständnis ihrer verschiedenen Ausdrucksformen. Nehmt euch darum Zeit, die drei Eingangsfragen füreinander zu beantworten.
Epheser 5,21-33Kennst du ein Beispiel von unvergleichbarer Liebe?Kern
Worum es geht
Die Antwort der Lektion: Es gibt kein größeres Zeichen der Liebe für uns Menschen als die Hingabe des Vaters im Himmel. Weil er uns liebt, hat er für uns hergegeben, was ihm am meisten bedeutet: seinen Sohn, den einzigen. Jesus nahm diesen Willen des Vaters an und zeigte bis zum Schluss völlige Geduld, denn er wusste, dass nur dieser Schritt, sein Leben für uns zu geben, unsere Befreiung möglich macht. Was für ein Liebesbeweis! In der gesamten Geschichte der Menschheit gibt es nichts Vergleichbares. Daraus folgt: Liebe ist mehr als nur ein Gefühl. Liebe ist eine Lebenseinstellung, ein Zeichen der Hingabe für den Partner und für die Mitmenschen. Weil Gottes Liebe so groß ist, ist es ihm wichtig, dass wir unsere Ehe in eben dieser Liebe führen; sie ist das große Element einer guten, Gott wohlgefälligen Ehe. Wie das aussieht, zeigt Paulus in Epheser 5,21-33. Der Abschnitt, den die Lektion dazu heranzieht, setzt in Vers 21 mit der gegenseitigen Unterordnung ein; die Lehre, die die Lektion daraus zieht, lautet: Von der Frau wird erwartet, dass sie sich ihrem Mann unterordnet, wie die Gemeinde sich Jesus unterordnet. Vom Mann wird erwartet, dass er seine Frau liebt, wie Jesus die Gemeinde liebt; wie weit diese Liebe geht, zeigt das Kreuz, und genau so weit reicht der Auftrag an den Ehemann. Das sind zwei große Herausforderungen. Allein ist das unmöglich, mit der Hilfe und Gnade Jesu Christi aber wird es möglich; entscheidend ist nur, dass die Wichtigkeit dieser Herausforderungen bewusst bleibt. Und: Arbeitet der Mann an der Liebe, wird es auch der Frau nicht schwerfallen, sich unterzuordnen. Schließlich fällt es uns auch nicht schwer, uns Jesus unterzuordnen.
Was das für euch heißt
Wenn Liebe eine Lebenseinstellung ist, hängt eure Ehe nicht davon ab, ob ihr euch an einem bestimmten Tag verliebt fühlt. Am Vorbild des Vaters seht ihr, wie diese Einstellung aussieht: Er gibt das Kostbarste, und Jesus hält geduldig bis zum Ende durch. Genau diese Hingabe ist der Maßstab für eure Ehe, und Paulus buchstabiert ihn für jeden von euch aus. Für den Mann heißt der Auftrag Liebe, und zwar in dem Maß, das Jesus an seiner Gemeinde vorgelebt hat, bis zur Hingabe seines Lebens. Für die Frau heißt er, sich ihrem Mann unterzuordnen, und zwar mit derselben Haltung, die die Gemeinde gegenüber Jesus einnimmt. Die Lektion ist dabei ehrlich: Allein ist das unmöglich umzusetzen, mit der Hilfe und Gnade Jesu Christi aber wird es möglich. Haltet euch darum die Wichtigkeit dieser Aufträge vor Augen. Die Lektion verbindet beides miteinander: Wo der Mann an seiner Liebe arbeitet, fällt der Frau das Unterordnen nicht schwer, so wie es auch uns nicht schwerfällt, uns Jesus unterzuordnen.
1. Korinther 13,4-7Was Liebe ist: die Definition der BibelKern
Worum es geht
Wer Liebe leben will, muss zuerst verstehen, was Liebe überhaupt ist. Die Bibel gibt dazu im Hohelied der Liebe, 1. Korinther 13,4-7, eine sehr gute Definition, die sich auf alle Lebensbereiche anwenden lässt. Zusammengefasst in eigenen Worten: Die Liebe bringt Geduld auf und meint es gut mit dem anderen; Neid, Prahlerei und Überheblichkeit sind ihr fremd. Taktgefühl gehört zu ihr, und sie fragt nach dem Wohl des anderen, bevor sie an den eigenen Nutzen denkt; Bitterkeit lässt sie nicht wachsen, und über erlittene Kränkungen führt sie kein Verzeichnis. Ihre Freude gilt dem, was wahr ist, nicht dem Unrecht, und sie hält durch im Ertragen, im Vertrauen und im Hoffen. Wenige Verse später, in 1. Korinther 13,13, stellt Paulus die Liebe neben Glaube und Hoffnung und gibt ihr unter diesen dreien den ersten Platz. Die Lektion zieht daraus den Schluss: Schon mit dem Glauben lässt sich viel bewegen und verändern, mit der Liebe aber noch einiges mehr. Deshalb darf die Liebe in der Ehe niemals erkalten. Die Welt möchte sie schwächen und ihr die Kraft rauben; wer aber selbst geliebt ist, darf niemals aufhören zu lieben. Diese große Liebe gehört in die Ehe. Das geht nur, wenn ihr daran arbeitet und eine Beziehung mit dem Vater im Himmel führt, denn Jesus ist es, der euch diese Liebe in der Ehe schenkt.
Was das für euch heißt
Nehmt diese Definition als Spiegel für eure Ehe. Jede Eigenschaft lässt sich in eine ehrliche Frage verwandeln: Halte ich es aus, wenn du länger brauchst als ich? Bleibe ich warm im Ton, auch wenn ich müde bin? Denke ich zuerst an dich oder zuerst an mich? Hole ich alte Verletzungen wieder hervor, oder sind sie für mich abgehakt? So wird aus dem Hohelied der Liebe ein sehr konkreter Maßstab für den Alltag. Und die Lektion sagt euch, woher die Kraft dafür kommt: nicht aus eurer Anstrengung allein, sondern aus der Beziehung zum Vater im Himmel. Jesus schenkt euch diese Liebe für eure Ehe; aber ihr müsst sie einsetzen und daran arbeiten, sonst kühlt sie ab. Ein Glaube, der viel bewegt, ist gut. Eine Liebe, die noch mehr erreicht, ist das Ziel.
Johannes 21,15-17Vier Wörter für Liebe: Agape, Phileo, Eros, StorgeKern
Worum es geht
Der Begriff Liebe kann sehr unterschiedlich verstanden werden. Das zeigt das Gespräch zwischen Jesus und Petrus in Johannes 21,15-17. Dreimal fragt Jesus, ob Petrus ihn liebt: zweimal mit dem griechischen agapao, dem Wort für die höchste, selbstlose Liebe, worauf Petrus beide Male mit phileo antwortet, der Liebe unter Freunden. Beim dritten Mal fragt Jesus selbst mit phileo; diese dritte Nachfrage macht Petrus traurig. Hinter unserem einen Wort Liebe stehen also mehrere Begriffe. Agape (ἀγάπη) ist die höchste Form: selbstlos und bedingungslos, oft göttliche Liebe genannt. Sie ist eine bewusste Entscheidung, das Wohl des anderen über das eigene zu stellen, unabhängig von den Umständen. So liebt Gott die Menschen, und zu dieser Liebe sind Christen gerufen, etwa in 1. Korinther 13. Phileo (φιλέω) ist die warme, herzliche Zuneigung unter Freunden, die brüderliche Liebe, wie zwischen Jesus und seinen Jüngern. Eros (ἔρως) ist die leidenschaftliche, romantische Liebe mit Verlangen und körperlicher Anziehung; sie bezieht sich oft auf die romantische oder sexuelle Liebe zwischen Partnern. Das Wort selbst steht nicht im Neuen Testament, die Sache aber klingt im Bild der ehelichen Liebe an, etwa im Hohelied Salomos. Storge (στοργή) ist die natürliche Liebe in der Familie, zwischen Eltern und Kindern oder Geschwistern. Auch dieses Wort kommt im Neuen Testament selten vor, die Sache aber ist in den biblischen Familienbeziehungen sichtbar, und die brüderliche Liebe in Römer 12,10 kann sich ebenfalls darauf beziehen. Dazu kommen Philautia, die Selbstliebe, die gesund oder egoistisch sein kann, und Xenia, die Gastfreundschaft gegenüber Fremden nach Hebräer 13,2.
Was das für euch heißt
Legt diese Begriffe einmal neben eure Ehe. Eros ist die Anziehung, die euch zueinander gezogen hat und die in der ehelichen Liebe ihren Ort hat. Phileo ist die Freundschaft: dass ihr gern miteinander seid und einander herzlich zugetan bleibt. Storge ist die natürliche Liebe in eurer Familie, zu Eltern, Kindern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten. Und Agape ist die höchste Form: die bewusste Entscheidung, das Wohl des anderen über das eigene zu stellen, unabhängig von den Umständen, also auch unabhängig davon, wie der Tag läuft. Sprecht darüber, welche dieser Arten bei euch gerade stark ist und welche zu kurz kommt. Und denkt daran: Agape wartet nicht auf ein Gefühl, sondern ist eine Entscheidung, die ihr heute treffen könnt.
Jeder Mensch spricht seine eigene Sprache der LiebeKern
Worum es geht
Liebe kann also auf unterschiedliche Weise verstanden und gelebt werden. Die Lektion geht noch einen Schritt tiefer: Jeder Mensch spricht seine eigene „Sprache der Liebe“. Diese Sprachen helfen dabei, dass man sich geliebt und verstanden fühlt, und die Kommunikation in der Liebe beruht immer auf Gegenseitigkeit. Die Sprachen der Liebe sollen ein Werkzeug sein, um den Partner besser zu verstehen und auf seine Bedürfnisse und Wünsche einzugehen. Das Modell der fünf Sprachen der Liebe stammt von Gary Chapman und seinem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“; die Lektion gibt es in eigenen Worten wieder. Es beschreibt, wie Menschen auf unterschiedliche Weise Liebe geben und empfangen. Jeder hat eine oder mehrere bevorzugte Sprachen; wer sie beim Partner versteht und anwendet, kann die Beziehung erheblich stärken. Worte der Bestätigung sind gesprochene oder geschriebene Worte, die Ermutigung, Lob, Dankbarkeit oder Anerkennung vermitteln. Zweisamkeit bedeutet ungeteilte Aufmerksamkeit und Zeit miteinander. Geschenke sind Symbole der Liebe und Wertschätzung, mehr als materielle Dinge. Hilfsbereitschaft zeigt sich in Taten, die dem Partner helfen und ihm das Leben erleichtern. Und körperliche Zuneigung umfasst Berührungen, Umarmungen, Küsse und jede Form von körperlicher Nähe, die Liebe ausdrückt.
Was das für euch heißt
Die Lektion betont die Gegenseitigkeit: Die Sprachen der Liebe sind ein Werkzeug, mit dem ihr einander besser versteht und auf die Bedürfnisse und Wünsche des anderen eingeht. Wer die Sprache des Partners versteht und anwendet, kann die Beziehung erheblich stärken. Überlegt darum zuerst jeder für sich: In welcher Sprache fühle ich mich am meisten geliebt? Dann fragt einander: Habe ich dich richtig verstanden? Wer die Sprache des anderen kennt, kann sie bewusst sprechen.
Woran ihr die Sprache eures Partners erkenntPraxis
Worum es geht
Für jede der fünf Sprachen beschreibt die Lektion, was Menschen brauchen, bei denen sie die wichtigste ist. Wer Worte der Bestätigung braucht, fühlt sich geliebt und geschätzt, wenn er ermutigende Worte hört. Diese Worte müssen ehrlich und aufrichtig sein, denn sie wirken direkt auf sein emotionales Wohlbefinden. Wem Zweisamkeit am wichtigsten ist, für den geht es nicht nur um das gemeinsame Verbringen von Zeit, sondern um ihre Qualität: dass der Partner bewusst Zeit für ihn reserviert, ohne Ablenkungen, sei es im Gespräch, bei gemeinsamen Aktivitäten oder in einfachen, stillen Momenten des Beisammenseins. Wer Geschenke als Sprache hat, sieht darin eine tiefe Symbolik: Nicht der materielle Wert zählt, sondern die Geste dahinter. Ein Geschenk, ob klein oder groß, zeigt ihm, dass man an ihn gedacht hat und ihn schätzt, und stärkt sein Gefühl von Liebe und Zugehörigkeit. Wer Hilfsbereitschaft braucht, spürt Liebe, wenn der Partner sie durch konkrete Handlungen zeigt, durch alltägliche Aufgaben oder durch besondere Hilfe in schwierigen Zeiten, als Zeichen der Fürsorge und Zuwendung. Und wem körperliche Zuneigung am wichtigsten ist, für den sind Berührungen ein wesentlicher Ausdruck von Liebe und Verbundenheit. Körperliche Nähe vermittelt Sicherheit, Geborgenheit und emotionale Verbindung und ist oft unerlässlich für das Gefühl der Intimität in einer Beziehung.
Was das für euch heißt
Die Lektion lädt euch zu einer einfachen Übung ein: Nennt zu jeder Sprache Beispiele, und zwar konkret aus eurem Leben; jeder beantwortet zuerst für sich: Welche Worte der Bestätigung tun mir gut? Wie sieht Zweisamkeit aus, die mich wirklich erreicht? Welches Geschenk hat mich berührt, und warum? Welche Hilfe hat mir gezeigt, dass ich geliebt bin? Welche Form von Nähe brauche ich? Schreibt eure Antworten auf und tauscht sie aus. Achtet dabei auf zwei Hinweise der Lektion: Worte müssen ehrlich und aufrichtig sein, denn sie wirken direkt auf das emotionale Wohlbefinden des anderen; und Zweisamkeit meint ungeteilte Aufmerksamkeit, also ohne Ablenkung. So wird aus dem Modell eine Sprache, die ihr wirklich miteinander sprecht.
Wenn keine der fünf Sprachen ganz passt: sieben weitere WegeVertiefung
Worum es geht
Die fünf Sprachen der Liebe sind ein weit verbreitetes und hilfreiches Modell. Trotzdem gibt es Menschen, die ihre Liebe auf Weisen ausdrücken, die nicht vollständig in diese Kategorien passen. Die Lektion nennt sieben solcher weiteren Formen. Manche empfinden Liebe, wenn sie mit dem Partner gemeinsame Ziele und Visionen teilen und daran arbeiten: ein Haus oder ein Unternehmen aufbauen, langfristige Pläne schmieden, eine Familie gründen. Andere drücken Liebe über gemeinsame Werte und Prinzipien aus, indem sie tiefe Gespräche über ihre Überzeugungen führen, gemeinsam am geistlichen Leben teilnehmen und die Werte des Partners in Alltagsentscheidungen unterstützen. Wieder andere zeigen Liebe durch Schutz und Fürsorge: Sie sorgen für schwere Zeiten vor, setzen sich für die körperliche und emotionale Sicherheit des Partners ein und bieten finanzielle Stabilität. Für manche bedeutet Liebe, gemeinsame Herausforderungen und Abenteuer zu bestehen: Neues ausprobieren, Unvorhergesehenes zusammen bewältigen und sich durch gemeisterte Aufgaben verbunden fühlen. Manche kommunizieren Liebe durch intellektuellen Austausch, indem sie gemeinsam lesen und lernen, an Kursen teilnehmen und tiefgründige Gespräche führen. Einige drücken Liebe aus, indem sie dem Partner Freiraum und Unabhängigkeit lassen: Raum für eigene Interessen, Respekt vor seiner Zeit allein oder mit Freunden, Unterstützung seiner Ziele, ohne ihn einzuengen. Und für manche zeigt sich Liebe in Verantwortung und Pflichterfüllung: Sie kümmern sich zuverlässig um Haushalt, Finanzen, Familie und Kinder und entlasten damit den Partner.
Was das für euch heißt
Vielleicht habt ihr bei den fünf Sprachen gemerkt, dass ihr euch nicht ganz wiederfindet. Dann lohnt sich der Blick auf diese sieben Wege. Manche Liebe zeigt sich nicht in Worten oder Umarmungen, sondern darin, dass jemand zuverlässig für die Familie sorgt, den Partner absichert oder ihm den Freiraum lässt, den er braucht. Solche Liebe passt nicht ganz in die fünf Kategorien. Fragt euch darum gegenseitig: Wo drückst du Liebe aus, ohne dass ich es bisher als Liebe erkannt habe? Und wo wünsche ich mir, dass du meine Art zu lieben siehst? Bei allen Formen geht es um dasselbe: den Partner zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen.
Zum Mitnehmen
Die Liebe darf nicht erkalten
Jesus hat angekündigt, dass die Liebe vieler Menschen erkalten wird; in der Ehe muss sie deshalb beständig gepflegt werden. Wer dazu die verschiedenen Ausdrucksformen der Liebe versteht, baut eine tiefe, gottgefällige Beziehung, die den Herausforderungen unserer Zeit standhält.
Matthäus 24,12
Gottes Hingabe ist das Vorbild
Die Liebe Gottes, die sich in der Hingabe Jesu zeigt, ist das höchste Vorbild für die Liebe in der Ehe. Diese Liebe verlangt Selbstaufopferung und Hingabe.
Epheser 5,25
Fünf Sprachen der Liebe
Nach Gary Chapman sind Worte der Bestätigung, Zweisamkeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und körperliche Zuneigung verschiedene Wege, Liebe auszudrücken und die Bedürfnisse des Partners zu erfüllen.
Liebe hat noch mehr Formen
Manche Menschen kommunizieren Liebe durch gemeinsame Ziele, Schutz und Fürsorge, intellektuellen Austausch oder Freiraum und Unabhängigkeit. Auch das will erkannt werden.
Gegen das Ich, für die Liebe
Das selbstsüchtige Ich schwächt die Liebe: Stellt euch bewusst gegen diese Tendenz und lebt die Liebe aktiv. Die Bibel gibt euch dafür wertvolle Hinweise, und mit Geduld, Verständnis und bewusster Anwendung wächst eine erfüllende, stabile Ehe.
Merkvers
1. Korinther 13,4-7
Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.
Gespräch zu zweit
- Was bedeutet Liebe für jeden von euch, und welche Eigenschaften gehören für euch unbedingt dazu? Wo deckt sich das mit der Beschreibung in 1. Korinther 13,4-7, und wo nicht?
- Welche der vier Arten von Liebe (Agape, Phileo, Eros, Storge) erkennt ihr in eurer Ehe wieder, und welche kommt bei euch gerade zu kurz?
- In welcher der fünf Sprachen der Liebe fühlt sich jeder von euch am meisten geliebt, und in welcher zeigt ihr dem anderen am häufigsten Liebe? Welches Beispiel aus der letzten Zeit hat euch dabei gutgetan oder gefehlt?
- Welche der sieben weiteren Formen, etwa gemeinsame Ziele, Schutz und Fürsorge oder Freiraum, erkennt ihr bei euch, und wo habt ihr Liebe des anderen bisher vielleicht übersehen?
- Wo merkt ihr in eurem Alltag, dass das eigene Ich vor der Liebe steht, und welchen ersten Schritt wollt ihr diese Woche dagegen gehen?