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Gesetz · AT · Kapitel 3 von 66

Levitikus

Jesus ist unser Großer Hoherpriester.

Verfasser
Mose (traditionell); das Buch führt seinen Inhalt auf Gottes Reden an Mose zurück (3. Mose 1,1; 27,34).
Entstehung
Am Sinai, kurz nachdem die Stiftshütte fertig geworden war; das Volk ist noch nicht weitergezogen (3. Mose 25,1; 27,34).
Gattung
Gesetzessammlung mit einem erzählenden Kern (Kapitel 8–10)
Kernaussage
Gott wohnt mitten unter seinem Volk — und er sagt selbst, wie ein unreiner Mensch bei ihm bleiben kann.

3. Mose steht in der Mitte der fünf Bücher Mose und wird trotzdem selten gelesen. Es besteht fast nur aus Vorschriften. Der Anschluss erklärt sie: Am Ende von 2. Mose steht die Stiftshütte fertig da, das Zelt, in dem Gott bei seinem Volk wohnt. Dann zieht Gottes Herrlichkeit ein, und nicht einmal Mose kann hinein (2. Mose 40,34–35). Genau dort setzt 3. Mose ein: Gott ruft aus dem Zelt und ordnet als Erstes den Zugang. Opfer, Priester, rein und unrein — jede Vorschrift klärt, wie ein Mensch bei ihm bleiben kann. In der Mitte steht ein einziger Tag im Jahr (Kapitel 16). Danach folgt das Leben in seiner Nähe. Das Buch beantwortet eine Frage: Wie hält ein heiliger Gott es bei uns aus?

Schlüsselstellen

6 von 6 sichtbar
3. Mose 1,1–9Wie darf ein Mensch vor Gott treten?StarkKult Schatten

Was hier steht

Das Buch beginnt mit einem Ruf aus dem Zelt. Das Erste, was Gott ordnet, ist der Zugang. Wer etwas bringen will, nimmt ein Tier aus der eigenen Herde, männlich und fehlerlos (1,3). Er bringt es selbst bis zum Eingang; keiner nimmt ihm das ab. Dort legt er dem Tier die Hand auf (1,4). Diese Geste ist der Kern: Mensch und Tier gehören in diesem Augenblick zusammen. Das Opfer, sagt der Text, werde angenommen und decke zu, was zwischen ihm und Gott steht. Dann stirbt das Tier, und die Priester bringen sein Blut an den Altar (1,5). Beim Brandopfer bleibt für den Menschen nichts übrig; alles verbrennt auf dem Altar (1,9).

Der Christus-Bezug

Im Rahmen dessen, was der Hebräerbrief über den Opferdienst sagt, lässt sich das Brandopfer verstehen: Diese Gaben waren ein Schatten, nicht die Sache selbst (Hebräer 10,1). Darum kam einer, der sich selbst brachte, ohne Fehl und ein für alle Mal (Hebräer 9,14; 10,10). Er ist Gabe und Priester zugleich. Das Handauflegen deutet der Brief nicht — wir auch nicht.

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3. Mose 8Wer darf Priester werden?MittelTypologie Institution

Was hier steht

Ein Priester ernennt sich nicht selbst. Mose führt Aaron und dessen Söhne vor die Gemeinde und tut, was Gott befohlen hat (8,4–5). Er wäscht sie. Er kleidet Aaron ein, Stück für Stück (8,6–9). Er salbt ihn mit Öl (8,12). Alles geschieht öffentlich, keiner hat es sich ausgedacht. Dann kommt ein Jungstier als Sündopfer. Die künftigen Priester legen ihm die Hände auf (8,14) — dieses Opfer gilt ihnen selbst. Sieben Tage lang dürfen sie den Zelteingang nicht verlassen, ehe der Dienst beginnt (8,33.35). Mose sagt ausdrücklich, wozu dieser Tag da ist: Er soll ihre eigene Schuld zudecken (8,34). Wer andere zu Gott bringen soll, braucht zuerst selbst jemanden, der ihn hineinbringt.

Der Christus-Bezug

Der Text weist über sich hinaus: Ein Priester, der zuerst für die eigene Schuld opfert, kann nicht der letzte sein. 3. Mose 8 zitiert das Neue Testament nicht. Aaron nennt der Hebräerbrief beim Namen, als Vergleich für die Berufung: Keiner nimmt sich das Amt selbst (Hebräer 5,4–5). Jesus dagegen opfert nicht für sich, und er stammt aus Juda (Hebräer 7,13–14.27).

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3. Mose 14,1–20Was kann das Gesetz mit einem Aussätzigen tun?MittelKanonische Dramaturgie

Was hier steht

Aussatz meint hier eine Gruppe von Hautkrankheiten. Das Kapitel davor beschreibt die Lage: Wer betroffen ist, lebt für sich, weit weg von allen (13,45–46). Kapitel 14 regelt, was danach kommt; die Reihenfolge entscheidet alles. Der Priester geht zu ihm hinaus und sieht nach, ob die Krankheit abgeheilt ist (14,3). Er heilt sie nicht. Er stellt fest. Dann erst beginnt das Verfahren: zwei Vögel, einer stirbt, der andere fliegt frei (14,4–7); waschen, Haare scheren, baden, warten (14,8–9); danach Opfer im Heiligtum, und der Mann heißt rein (14,19–20). Das Gesetz kann ihn zurückholen und öffentlich rein sprechen. Gesund machen kann es ihn nicht. Hier bleibt eine Lücke, die 3. Mose nicht schließt.

Der Christus-Bezug

Der Text weist über sich hinaus; das Neue Testament führt ihn nicht als Bild Jesu an. Es erzählt aber, wie Jesus in die Lücke tritt: Ein Aussätziger bittet, Jesus fasst ihn an, und der Mann ist die Krankheit los (Markus 1,40–42). Danach schickt er ihn zum Priester, wie 3. Mose es vorschreibt (Markus 1,44). Beten dürfen wir darum (Jakobus 5,14–16). Gott kann und tut, und wo er es nicht tut, verlässt er dich nicht: Paulus ließ Trophimus krank zurück (2. Timotheus 4,20).

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3. Mose 16Was geschieht am großen Versöhnungstag?Sehr starkKult Schatten

Was hier steht

Das Kapitel beginnt mit einem Todesfall. Zwei Söhne Aarons starben, weil sie Gott anders begegneten als befohlen (16,1; 10,1–2). Dann die Anweisung: Aaron darf den innersten Raum nicht betreten, wann er will (16,2). Einmal im Jahr, an einem Tag. Er badet und zieht Leinen an (16,4). Zuerst bringt er einen Jungstier für sich und seine Familie (16,6.11). Für das Volk stellt er zwei Böcke hin und wirft Lose (16,7–8). Der eine stirbt, sein Blut kommt an den Sühnedeckel hinter dem Vorhang (16,15). Dem anderen legt Aaron beide Hände auf, spricht die Schuld des Volkes aus und schickt ihn in die Wüste (16,21–22). Im nächsten Jahr beginnt alles von vorn (16,34).

Der Christus-Bezug

Das Neue Testament bezieht diesen Tag ausdrücklich auf Jesus. Der Hebräerbrief geht ihn Zug um Zug durch: nur der Hohepriester, nur an einem Tag im Jahr, immer mit Blut (Hebräer 9,7). Daneben stellt er Christus — mit eigenem Blut, ein einziges Mal, und die Erlösung bleibt (Hebräer 9,11–14). Was jährlich wiederholt wurde, hört auf: Einmal hat genügt (Hebräer 10,1–14).

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3. Mose 17,10–12Warum darf niemand Blut essen?StarkKult Schatten

Was hier steht

Kapitel 17 zieht eine harte Grenze. Wer Blut zu sich nimmt, gehört nicht mehr zum Volk (17,10). Das gilt auch für den Fremden, der mitwohnt. Dann folgt die Begründung, der wichtigste Satz des Buches über das Opfer (17,11). Gott hat das Blut für den Altar bestimmt; dort — und nur dort — deckt es Schuld zu. Warum gerade Blut? Weil der Vers es mit dem Leben selbst zusammenbindet. Damit erklärt das Buch sich selbst. Die Opfer wirken nicht, weil Menschen etwas leisten. Sie wirken, weil Gott ein Mittel gegeben hat: Leben für Leben. Kein Mensch darf deshalb mit Blut machen, was er will. Es gehört an den Altar, sonst nirgendwohin.

Der Christus-Bezug

Der Hebräerbrief greift die Regel auf: Das Gesetz kennt keine Vergebung, wo kein Blut fließt (Hebräer 9,22). Wörtlich zitiert er 3. Mose 17,11 an dieser Stelle nicht. Die Sache selbst sagt das Neue Testament oft. Petrus nennt den Preis unserer Freilassung, und es ist kein Metall (1. Petrus 1,18–19). Paulus bindet dieselbe Sache an Christus (Epheser 1,7).

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3. Mose 25,8–17Was passiert im fünfzigsten Jahr?MittelHeilslinie

Was hier steht

Nach sieben mal sieben Jahren kommt ein besonderes Jahr (25,8). Es beginnt mit einem Hornstoß, und zwar am Versöhnungstag (25,9). Das ist kein Zufall: Erst wird Schuld gesühnt, dann werden Schulden erlassen. Das fünfzigste Jahr gehört Gott, und es bringt allen Bewohnern des Landes die Freiheit (25,10). Wer sein Feld verkaufen musste, bekommt es wieder. Wer sich verkaufen musste, geht heim zu den Seinen. Deshalb richtet sich der Preis eines Ackers nach den Jahren bis zum nächsten Halljahr (25,15–16), und niemand darf beim Handel den anderen ausnutzen (25,17). Der Grund steht wenige Verse später: Das Land ist Gottes Eigentum, Israel lebt darauf als Gast (25,23). Armut soll sich nicht vererben.

Der Christus-Bezug

Der Text weist über sich hinaus; 3. Mose 25 zitiert das Neue Testament nicht. Jesaja greift die Freilassung des Halljahrs auf und sagt sie Gefangenen zu (Jesaja 61,1–2). Diese Zeilen liest Jesus in Nazareth vor: Heute sei das erfüllt (Lukas 4,18–21). Der Weg läuft über Jesaja, nicht über 3. Mose 25. Wer das Halljahr kennt, hört diesen Satz doppelt.

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Bilder, die auf ihn zeigen

Was außerhalb des Lagers verbrannt wurde erfüllt in Jesus, der vor der Stadt starb

Am Versöhnungstag kam das Blut ins Heiligtum, die Tierkörper wurden draußen verbrannt (3. Mose 16,27). Der Hebräerbrief zieht die Linie selbst: Auch Jesus starb vor den Toren (Hebräer 13,11–12).

3. Mose 16,27 · Hebräer 13,11–12

Die Erstlingsgarbe erfüllt in Christus als Erstling der Auferstandenen

Die erste Garbe der Ernte gehörte Gott (3. Mose 23,10–14). Die griechische Bibel nennt sie dort Erstlingsgabe — dieses Wort nimmt Paulus für den auferstandenen Christus (1. Korinther 15,20.23). Er zitiert 3. Mose 23 nicht; er greift das Stichwort auf. Nach dem Muster von Kolosser 2,16–17: Was zuerst aufersteht, zieht die Ernte nach sich.

3. Mose 23,10–14 · 1. Korinther 15,20.23; Kolosser 2,16–17

Merkvers

3. Mose 17,11

Den Wortlaut findest du auf bibleserver.com (öffnet in neuem Tab); hier stehen bewusst nur die Stellenangaben.

Zum Weiterdenken

  1. In 3. Mose 16 wartet das ganze Volk draußen, während einer hineingeht. Was ändert es für dich, dass du heute selbst hinzutreten darfst (Hebräer 4,16)?
  2. Der Aussätzige musste außerhalb des Lagers wohnen (3. Mose 13,45–46). Wo hältst du dich selbst für den, der draußen bleiben muss?
  3. Das Halljahr begann am Versöhnungstag: erst Vergebung, dann Schuldenerlass (3. Mose 25,9–10). Wem müssten wir als Gemeinde etwas erlassen?